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Immobilienmarkt Deutschland

Es gibt manchmal Wichtigeres als das, was die Deutsche Bank sagt. So prophezeit das größte Geldinstitut des Landes Deutschland für 2012 eine Rezession, doch vielen Immobilieninverstoren ist das offenbar völlig egal. Das Gros der Befragten bei Trendbarometer Immobilien Investmentmarkt Deutschland 2012 von Ernst & Young Real Estate (E&Y) strotz nur so vor Zuversicht und wettet auf ein zunehmendes Transaktionsvolumen. „Wenn im Laufe der ersten Monate des Jahres klar ist, dass es in Deutschland keine Rezession geben wird, könnte es gut sein, dass Investoren wieder mehr Risiken eingehen“, so Stefan Wundrak (Head of Research bei Henderson Global Investors). Insbesondere rechnet Wundrak mit einer Zunahme des Interesses an bzw. von Büros und 1a-Handelsflächen auf Logistikimmobilien. Bislang sieht er bei Top-Immobilien Logistikobjekte mit Nettoankaufrenditen von gut 7 % deutlich vor Fachmarktzentren mit etwas über 6 % und noch deutlicher vor Büros und Shoppingcenter erster Güte (jeweils rund 5%). Die großen Lagerhallen sind also vergleichsweise günstig! Wundrak hält das Interesse an deutschen Immobilien für unverändert stark, rechnet aber nicht mit einer Zunahme des Transaktionsvolumens.

Bei Ulrich Höller, Vorstandschef DIC Asset, findet sich manche Parallele zu den Einschätzungen des Londoners. „Die Akteure am Transaktionsmarkt werden auch 2012 deutsche Immobilien stark nachfragen, sich aber auf Wohnungs-Deals und Core-Gewerbeobjekte konzentrieren. Irgendwann werden von diesem Nachfragedruck auch andere Immobilien profitieren“, so Höller. 2012 sieht er als schwierig an und verspricht sich allein von den Vermietungsmärkten Stabilität.

Nach Einschätzungen von Marcus Lemli, Leiter Leasing & Capital Markets bei Jones Lang La Salle (JLL) Deutschland, werden sich 2012 zwei Trends herausbilden. Zum ersten werden zufolge globale Fonds, die sich für Immobilien in Europa interessieren, nicht an deuchte Objekten vorbeikommen. „Deutschland ist für die einer der wichtigsten Immobilienmärkte.“ Auf der anderen Seite prognostiziert er zunehmendes Kaufinteresse von Privatinverstoren. Das Image Deutschlands als stabiler Markt sieht der JLL-Mann auch nicht dadurch gefährdet, dass er einer von denen ist, die hierzulande nicht nur Immobilienpreisblasen kennen, sondern die Blase auch so nennen.

Savills-Europachef Borja Sierra ist überzeugt, Deutschlands (Gewerbe-) Immobilien hätten das Zeug zu steigenden Mieten und Preisen bei sinkendem Leerstand. Er erwartet wie Wundrak – zunehmendes Interesse an Logistikflächen. Geschäftsführer Lars-Oliver Breuer macht es Lemli gleich und beobachtet zweierlei Trends – nur etwas andere als der JLL-Vermietungschef. „Die Investoren interessieren sich entweder wie gehabt für Premium-Immobilien, oder aber sie gehen opportunistisch vor und wollen das, was Arbeit macht.“

Lt. Umfrage von E & Y schätzen die befragten Unternehmen und Investoren den deutschen Immobilienmarkt noch positiver als im Vorjahr ein: 38 % (VJ 33 %) halten Deutschland für einen sehr attraktiven Standort. „Wir erwarten, dass die schwierige Finanzierung für 2012 ein limitierter Faktor ist“, sagt Christian Schulz-Wullkow, Partner bei E&Y Real Estate. Entsprechend habe man das Transaktionsvolumen konservativ auf das Niveau von 2011 geschätzt. Etwas mehr als die Hälfte (56%) der Befragten sind da anderer Meinung: Sie rechnen mit einem zunehmenden Transaktionsvolumen. 88 % stimmen der Aussage zu, dass die Inflationssorge das Interesse an Immobilien steigert, 85 % gehen davon aus, dass aufgrund von Solvency II Versicherungen und Pensionskassen künftig verstärkt als Fremdkapitalgeber für das Immobilieninvestment auftreten werden.  

Noch stärker als 2011 werden in diesem Jahr Wohnimmobilien im Fokus der Investoren stehen, nennt Schulz-Wulkow ein weiteres Umfrage-Ergebnis: Für 69 % der Befragten ist dies Assetklasse die am meisten favorisierte (2011: 44 %). Drei Viertel rechnen mit steigenden Preisen bei Wohnimmobilien in sehr guten Lagen (2011: 84 %). Ebenfalls bei Investoren beliebter als im Vorjahr sind Einzelhandelsobjekte: Sie sind bei 51 % (2011: 36 %) der Befragten stark nachgefragt. Büros sind dagegen weiter in der Gunst der Käufer gesunken: Auf dieses Segment legen noch 14 % der Befragten ihren Invesmentfokus.

 

Quelle: Immobilien Zeitung vom 19.01.2012

 


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